Juli in Kürze

Gute Tat des Monats: Bei der Vorbereitung einer Konferenz geholfen. Zehn Theoretiker, fünfzehn Posterwände, dreißig Standbeine, ein Wagen zu bepacken. Diskussionen über Instabilität. Umpacken. Eine Tür, nicht besonders breit. Umpacken. Instabilität. Wände schließlich getragen. Mehrfach die Frage, ob wir (die einzige andere Frau und ich) das schaffen. Männer.

Böse Tat des Monats: Reh erschreckt. Eines rennt in einiger Entfernung vor uns. Ich halte die Hunde bei mir. Nachdem es einige Zeit außer Sichtweite ist, dürfen sie zur Belohnung die Spur am Boden verfolgen, während sie hinter mir im Schritttempo laufen (Kalle sicherheitshalber an der Schleppleine). Ein letztes Stück möchte ich mit ihnen rennen und dann von der Spur abbiegen, was sie im Eifer nicht bemerken werden. Sobald ich sie freigegeben habe, springt direkt neben uns ein zweites Reh auf und läuft keinen Meter an Kalle vorbei. Hat Glück, dass er keinerlei Ansätze von Beutefangverhalten zeigt. Tatsächlich habe ich ihn nie auch nur ein Spielzeug schütteln sehen. Trotzdem. Sorry, Reh. Wie geplant renne ich in die falsche Richtung. Hunde anstandslos hinterher, obwohl Reh noch zu sehen. Staune immer, dass so etwas funktioniert. Spricht entweder für ihr Vertrauen in mich oder gegen ihre Intelligenz…

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Rätsel des Monats: Warum vergehen Sommermonate so viel schneller als Wintermonate?

Erkenntnis des Monats: Das Zusammenleben mit einem Geheimagenten ist prägend. Bei meiner Mutter zu Besuch, ohne Hunde. Als ich gehe, wartet meine Schwester im Flur darauf, von einer Freundin abgeholt zu werden. Ich verlasse das Haus wie gewohnt: Tür einen Spalt öffnen. Um die Ecken spähen, die Umgebung scannen. Dann erst hinausgehen. Hinter mir bricht meine Schwester in Lachen aus. Gewohnte Sicherheitsmaßnahmen halten sich eben auch außerhalb des Dienstes.

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Dummheit des Monats: Hundewurst: 85% Fleisch und Innereien, 10% Brühe. Hätte mir eigentlich denken können, in welchem Aggregatzustand sich die bei 30°C befindet. Und was passiert, wenn man die Hülle mit stumpfem Messer und entsprechendem Druck aufschneidet.

Verrücktheit des Monats: Draußen auf einer Wiese. Kalle hat etwas in der Nase. Aufgeregtes Kreisen, die Nase geht tiefer, saugt sich an einer Stelle fest. Er fällt in sein Anzeigeplatz. Ich schaue vor ihn. Nichts. Ich schaue Kalle an. Strahlenwedelnde Begeisterung. Ich gehe zu ihm, untersuche den Boden vor ihm. Nichts. Ich schaue Kalle an. Strahlenwedelnde Begeisterung. Ich gehe in die Hocke, kämme das Gras auseinander. Stoße auf etwas Kleines, Glitschiges. Ein Stück toter Regenwurm. Ich schaue Kalle an. Strahlenwedelnde, funkensprühende, ansteckende Begeisterung. Ich lobe, freue mich. Dann gebe ich ihm den Wurm. Seligkeit.

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Buch des Monats: „An Introduction to Quantum Field Theory“ von Michael E. Peskin und Daniel V. Schroeder. Tja, diesen Monat bin ich nicht dazu gekommen, ein Nichtfachbuch zu lesen. Macht aber nichts. Dieses Buch ist toll geschrieben und schön zu lesen. Und natürlich sehr spannend, sofern man sich für Quantenfeldtheorie interessiert. Andernfalls eignet es sich auch gut als Kopfkissen.

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Begegnung des Monats: Mensch und Schmetterling in der U-Bahn. Ist das nicht seltsam? Dass sich zwei fremde Menschen zusammentun, um ein Insekt zu retten? Vielleicht ist die Menschheit doch nicht verloren.

Glücksmoment des Monats: Spielen mit Mia. Hätte nicht geglaubt, dass wir irgendwann mal ohne Spielzeug spielen werden. Haben wir aber. Mit Kalle zu spielen ist eine Gratwanderung zwischen seiner Unsicherheit und Überdrehtheit. Wenn mein altes Mäuschen mal spielt, ist alles leicht.

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5 Kommentare zu „Juli in Kürze“

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