Hunde für die Seele

Das Thema der MiDoggy Blogparade für diesen Monat sind Seelenhunde. Nun habe ich ja schon das ein oder andere Mal darüber geschrieben, dass Kalle für mich mein Seelenhund ist. Ganz anders als gewünscht, genauso wie gebraucht. Deshalb war ich erst nicht sicher, ob ich an dieser Blogparade teilnehme. Tatsächlich ist dieses Thema aber für mich unerschöpflich. Ich hoffe, es langweilt euch nicht mittlerweile. Für diesen Text hat mich ein wundervoller Beitrag von Sandra von Dreipunktecharlie beeinflusst: „Charlie ist nichts von dem, was ich wollte.“ Dieser Text hat mich besonders berührt, weil es bei uns eigentlich genauso ist. Nur umgekehrt.

Ganz im Gegensatz zum Team „Lis und Sandra“ waren „Mia und Nora“ zurückhaltend, ruhig, konfliktscheu. Bemüht, immer alles richtig zu machen, am besten nicht aufzufallen. Während Sandra mit Lis auf Einbrecherjagd war, hätten wir uns wohl hinter dem Sofa versteckt. Und dann kam Kalle. Er ist ängstlicher als wir beide zusammen. Aber er zeigt seiner Angst die Zähne.

IMG_20171108_085852[1]
Schüchtern?
Kalle ist ganz und gar nicht konfliktscheu. Konflikte ziehen ihn magisch an. Nach unserer ersten heftigeren Auseinandersetzung war ich einigermaßen schockiert. Nicht nur weil meine vorletzte Hose zerrissen war (ich hasse shoppen und die Anzahl meiner gesellschaftsfähigen Hosen normalerweise zwischen zwei und drei), sondern weil ich befürchtete, unsere Beziehung habe sich dadurch verschlechtert. Es war nicht so. Unsere Verbindung war so eng und vertraut wie zuvor. Wir können streiten, einander furchtbar anfauchen, es ändert gar nichts. Eine Entdeckung.

Auch draußen: Wer ihm nicht passt, wird weggeknurrt. Und das ist fast jeder. Grundsätzlich würde ich diese Strategie nicht weiterempfehlen, sie erschwert das Leben schon ein wenig. Aber immerhin ist es authentisch, kompromisslos ehrlich. Weit weg davon, es irgendjemanden recht machen zu wollen. Und ich musste lernen, Nein zu sagen. Nein, der Hund wird nicht gestreichelt. Nein, er möchte nicht spielen. Nein, das muss ich nicht ausprobieren. Und nein Kalle, es wird niemand angebellt. Und Kalle nimmt mich ernst. Auch das ist eine Entdeckung.

IMG_20171026_160923[1]
Er kann also doch Freunde finden
Im Gegensatz zu Sandra wollte ich keinen Beschützer. Ich wollte einen freundlichen, fröhlichen Hund. (Eigentlich so einen wie Charlie. 🙂 ) Doch irgendwie habe ich mich daran gewöhnt, einen Bodyguard an meiner Seite zu haben. Wachsam, entschlossen, mutig; immer da, wenn ich ihn brauche. Mit der Tendenz zwar, es gelegentlich ein wenig zu übertreiben, doch absolut zuverlässig, wenn es darauf ankommt.

IMG_20171114_082145[1]
Er kann auch ganz albern sein
Und trotzdem, wäre Kalle nur das, würde ich womöglich sagen, dass wir nicht gut zusammen passen. Aber er ist noch viel mehr. Einfühlsam, witzig, sensibel. Er weiß immer, was ich von ihm möchte, meist bevor ich es sagen kann. Vor allem aber berührt er etwas in mir. Julia hat gefragt, was ein Seelenhund für uns sei. Und ganz genau das ist es, glaube ich, was Seelenhunde ausmacht. Dass sie uns berühren, einfach weil sie sie selbst sind. Weil sie sich nicht um unsere Erwartungen kümmern. Und weil sie uns so wahrnehmen und mögen, wie wir sind. Weil sie uns brauchen und dadurch Neues, Gutes in uns zum Vorschein bringen.

 

Advertisements

2 Kommentare zu „Hunde für die Seele“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s