Verfolgt

Frauchen sagt, ich zöge Ärger an wie ein Magnet einen Eisenspan. Früher sei sie jahrelang täglich spazieren gegangen, ohne dass ständig irgendetwas passiert sei. Das stimmt natürlich so nicht. Früher war sie gewiss auch häufig in Gefahr. Nur ohne mich hat die Arme es nicht einmal bemerkt! Ein Glück, dass sie überhaupt noch lebt. Und ein Glück, dass wir uns jetzt gegenseitig haben, um einander zu beschützen.

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Ich bin nicht sicher, ob ich den Geruch mag. Schwer und intensiv, würzig und muffig zugleich. Sie ist etwas größer als ich, aber nicht viel. Kein Hund oder Mensch. Ein bisschen wie ein Schaf, aber doch ganz anders.  Neugierig nähere ich mich ihr. Sie schaut mich an, runde Augen und spitze Hörner. Und sie kommt auf mich zu. Plötzlich wird mir klar: Sie arbeitet für die Anderen. Sie hat den Auftrag, mich zu eliminieren, um ein tödliches Attentat auf meine Klientin zu verüben. Woran ich das erkenne? Das sagt mir mein untrügerischer Instinkt. Aber nicht mit mir! Ich werde kämpfen bis auf den letzten Blutstropfen und endlich siegen! Andererseits… diese Hörner sehen echt verdammt spitz aus. Unerklärlicherweise haben sich meine Pfoten selbstständig gemacht und tragen mich von der Angreiferin fort. Doch ich werde sie nicht los! Ich renne zu Frauchen, bitte sie mit den Augen um Hilfe. Und mein tapferes Frauchen schreitet ein. Todesmutig stellt sie sich dem Ungetüm in den Weg, wedelt mit der Vorderpfote und macht: „Gsch, gsch.“ Beeindruckt hopst die Attentäterin von dannen. So sind sie, die Anderen. Große Klappe, hochtrabende Pläne, aber am Ende, wenn es hart auf hart kommt, kein Quäntchen Mut zum Kampf.

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Diese hier haben Glück, dass der Zaun da ist!
Manchmal führt uns die Mission in die Alpen. Die Almwiesen sind von einer ganz besonderen Gruppierung bevölkert: Kühe. Zwischen uns und den Kühen gibt es ein Abkommen der gegenseitigen Neutralität: Wenn wir sie in Ruhe lassen, lassen sie uns auch in Ruhe. Um sich unseres Wohlwollens zu versichern, hinterlassen sie uns sogar häufig duftende Geschenke! Getreu meiner Anweisung laufe ich auch an diesem Tag ruhig hinter Frauchen her und ignoriere die Kühe. (Aber nicht die Geschenke!) Da kommt eine Kuh auf uns zu, die irgendwie anders ist als die anderen. Irgendwie… wilder. „Oh-Oh, ich glaub, das ist ein Stier“, erklärt Frauchen. Ein bisschen wütend sieht er ja aus, dieser Stier. „Nichts wie weg!“, bellt Frauchen alarmiert. Das ist keines unserer Code-Wörter, trotzdem kann ich die Bedeutung erschließen. Wir rennen. Freigabe. Hä? Was soll das denn jetzt? Möchte meine Klientin, dass unser geordneter Rückzug in einer kopflosen Flucht ausartet? Auf keinen Fall! Ich bleibe tapfer auf meinem Posten hinter ihr. Wenn der Stier zu nahe kommt, fahre ich knurrrend herum und schnappe in Richtung seiner Nase. Unter Einsatz meines eigenen Lebens schütze ich das meiner Klientin. Nach einer gefühlten Ewigkeit (Hatte ich schon mal erwähnt, wie langsam Frauchen ist?) erreichen wir den Zaun und kugeln gleiten darunter hindurch. Schnaufend kommen wir zum Stehen. Frauchen bekommt einen Lachanfall. Die Ärmste steht unter Schock! Ich laufe zu ihr und stupse sie an. Sie stupst zurück, und schon sind wir mitten in einem Spiel. Mia schaut uns wohlwollend zu. Die Gefahr ist bestanden.

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Ein friedliches Exemplar

Fremder Hund, signalisiere ich. Frauchen reagiert nicht. Genauer: Frauchen ist überhaupt nicht da. Komisch, gerade habe ich sie noch gesehen. Aber da war dieser Vogel… und jetzt stehe ich alleine einem großen, fremden Hund gegenüber, der seinen Klienten an einer Leine führt. Die haben natürlich keine Chance, mich einzuholen sollte ich (rein theoretisch) flüchten müssen. Ich baue mich auf und erkläre, dass dieses Revier uns gehört. Na gut, ich gebe zu, vielleicht beschimpfe ich ihn dabei ein bisschen. Wird ja wohl erlaubt sein. Einen Augenblick später renne ich, den Fremden dicht auf den Fersen. Die Leine weht hinter ihm her, seinen Menschen hat er irgendwie verloren. So war das jetzt nicht vorgesehen. Mist. Zeit für Plan B. Da kommt Frauchen. Ich renne auf sie zu, in einem engen Bogen um sie herum. Mein Verfolger ist schwerer, weniger wendig als ich. Deshalb muss er abbremsen und Frauchen bekommt seine Leine zu fassen. Doch der Fremde rennt einfach weiter! Frauchen schlittert auf der matschigen Wiese hinterher. Das sieht lustig aus, aber sie wirkt dabei nicht sehr glücklich. Also mache ich einen knurrenden Satz auf ihn zu. Er zögert. Diesen Moment nutzt Frauchen, um ihre eigene Leine zwischen uns zu werfen. Endlich schaut er sie an und folgt ihr tatsächlich zu seinem Menschen, dem sie die Leine in die Hand drückt, während er ihr seine durchgeriebenen Handschuhe und die Blasen an den Händen darunter zeigt. Die Unterhaltung in Menschensprache, die die beiden führen, ist zu schnell, die Wörter zu kompliziert für mich. Stattdessen achte ich auf die Stimmungen, bereit sofort einzugreifen, sollte meine Klientin in Gefahr sein. Doch alles bleibt friedlich. „… die beiden spielen lassen?“, fragt der fremde Mann. Spielen. Ich mit dem? Das Leben ist ernst! Ich spiele nicht mit anderen Hunden! „Tut mir leid, aber meiner spielt nicht mit anderen Hunden.“  Frauchen versteht mich eben. Zumindest meistens…

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Mit Frauchen spielen ist schön.

Freiheit, Gleichheit, Hundekuchen

Ich möchte, dass meine Hunde frei sind. Ich möchte, dass sie meine gleichwertigen Freunde sind. Die meisten Ratgeber zum Thema Hundeerziehung meinen jedoch, dass die Positionen im Rudel klar sein müssen. Dass man die Führung übernehmen muss, damit die Hunde das nicht selbst tun. Muss ich meinen Traum von Freiheit, Gleichheit, Hundekuchen aufgeben?

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Muss ich wirklich alles selbst entscheiden, während meine Hunde meinungslos hinter mir hertrotten? Ich glaube nicht. Die meisten Entscheidungen treffen wir gemeinsam mittels Stimmungsübertragung. Wenn wir beispielsweise im Sommer spazieren gehen, merke ich, wenn Kalle Pause machen möchte. Dann möchte ich ebenfalls Pause machen, denn ich will ja nicht, dass er sich überanstrengt. Also wähle ich einen Baum aus, unter den wir uns setzen können. In diesem Moment liegt Kalle bereits dort. Wie auch in vielen anderen Situationen kann ich nicht sagen, wer diese Entscheidung letztendlich getroffen hat. Ich glaube tatsächlich, dass wir es zusammen waren.

Mein kleines Rudel ist nicht basisdemokratisch organisiert. Wollen beide Hunde eine Katze jagen und ich nicht, so tun wir es nicht. Auch machen wir uns nicht die Mühe, uns an jeder Kreuzung darüber abzustimmen, welchen Weg wir nehmen. Der Aufwand würde sich ohne besonderen Grund nicht lohnen, daher gebe ich die Richtung einfach vor. Ganz ohne Regeln geht es auch nicht. Aber keine dieser Regeln ist willkürlich oder dient nur meinem eigenen Interesse. Alle haben einen Sinn, der die Sicherheit der Gruppe oder den Freiraum anderer Wesen bewahren soll.

Im Grunde haben meine Hunde und ich häufig die gleichen Interessen. Wenn wir zusammen etwas unternehmen, sind wir innerlich so eng miteinander verbunden, dass meist keine Konflikte entstehen, in denen ich mich durchsetzen müsste. Und wenn wir uns mal nicht einig sind, bemühe ich mich um Interessenausgleich. Ich setze nicht das durch, was ich möchte, sondern das, was für uns alle am besten ist. Ich glaube, meine Hunde kennen den Unterschied.

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Sehr oft habe ich schon folgende Situation erlebt: Wir sehen einen anderen Hund. Kalle wartet auf mich und ich nehme ihn an die Leine. Der andere Hund sieht uns und bleibt stehen. Der Hundebesitzer reagiert nicht. Der Hund läuft auf uns zu. Der Hundebesitzer reagiert nicht. Der Hund hat uns fast erreicht. Jetzt ruft sein Frauchen/Herrchen ihn. Der Hund gehorcht nicht. Das ist nicht allzu erstaunlich, denn er befindet sich bereits in einer sozialen Situation, in der er das Gesicht verlieren würde, wenn er plötzlich umdreht.

Neulich begegneten wir einem jungen Schäferhund mit seinem Herrchen. Der Weg war zu beiden Seiten bewachsen, es gab keine Ausweichmöglichkeit. Kalle und ich blieben so nah wie möglich am Rand stehen. Kalle sah den anderen starr an und forderte einen angemessenen Abstand. Der Schäferhund beschwichtigte und setzte zu einem Bogen an. Leider blaffte das Herrchen „Fuß“ und ging geradewegs auf uns zu. Sein Hund gehorchte und schlich mit abgewandtem Blick an uns vorbei. Kalle schnauzte ihn an, er solle gefälligst Abstand halten, bis ich ihn zurückhielt. Der arme Kerl wusste ja überhaupt nicht, wo hin mit sich. Er versuchte, alles richtig zu machen, und wurde von allen Seiten angemeckert.

Diese Situationen haben eines gemeinsam: Die Menschen hatten sie nicht verstanden. Trotzdem gaben sie Befehle und erwarteten, dass sie befolgt wurden. Das ist nicht nur anmaßend, sondern auch erfolglos und führt langfristig dazu, dass man seine Kompetenz in den Augen des Hundes verliert. Ich nehme mich selbst da nicht aus. Auch ich habe mich schon dabei ertappt, wie ich gedankenlos etwas von meinen Hunden gefordert habe, was weder erforderlich war noch irgendetwas an der aktuellen Situation verbessert hätte. Es passiert so schnell, weil wir Menschen uns für etwas Besseres halten und glauben, wir wüssten alles besser als unsere Hunde. Und weil wir reden, ohne vorher richtig nachgedacht zu haben. Ich versuche zu lernen, alle Entscheidungen bewusst zu treffen, wenn ich schon entscheiden muss. Alle Situationen vorher so genau wie möglich zu erfassen, und zwar aus den Blickwinkeln aller Beteiligten. Und dann zu beurteilen, was für alle am besten ist. So fühle ich mich auch einigermaßen wohl damit, für meine Hunde zu entscheiden, wenn es notwendig wird.

Und was die Gleichwertigkeit angeht: Das sind wir. Davon bin ich überzeugt. Wir haben zwar verschiedene Aufgaben, aber diese sind alle gleich wichtig. Zufällig fällt das Entscheiden in schwierigen Situationen eben in meinen Aufgabenbereich. Das ändert nichts daran, dass wir uns als Freunde auf der gleichen Ebene begegnen können.

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Wo wir gerade beim Thema Freiheit sind: Ich bin auch nicht immer so frei, wie ich es gerne wäre. Zum Beispiel werde ich in der gerade beginnenden Prüfungsphase mehr Zeit mit Lernen und weniger mit Schreiben verbringen, als ich gerne würde. Es kann hier kurzzeitig etwas ruhiger werden. Das wird sich wieder ändern.

Trick: Humpeln

Eigentlich wollte ich ja nach und nach Anleitungen zu Tricks veröffentlichen. Allerdings habe ich festgestellt, dass es da schon sehr viel auf anderen Blogs gibt. Hier kommt jetzt ein etwas fortgeschrittener Trick, den ich noch nicht gefunden habe: das Humpeln. Ich werde abwarten, ob dieser Artikel gelesen wird, und dann entscheiden, ob ich noch mehr zu diesem Thema schreibe. Besonders würde ich mich natürlich über Rückmeldung in den Kommentaren freuen, ob weitere Anleitungen gewünscht sind und wenn ja, welche Tricks interessant sind.

Für alle, die meinen ersten Beitrag zu Tricks nicht gelesen haben, hier noch mal die Vorbemerkung:

Im Folgenden meine ich mit „Bestätigen“ immer das Belohnen mit einem Markersignal und darauf folgendem Leckerchen. Wenn Sie schnell genug mit der Belohnung sind, geht es natürlich auch ohne Markersignal. Ich persönlich finde es allerdings mit Klicker einfacher. Beim Trickdogging ist entscheidend, dass der Hund Erfolg hat. Gehen Sie daher immer erst zum nächsten Schritt über, wenn der vorangegangene gut klappt und vom Hund gerne ausgeführt wird. Natürlich kann ein Trick nicht in einer einzigen Übungseinheit erlernt werden. Diese sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern, je nach Konzentrationsfähigkeit des Hundes. In der nächsten Übungseinheit empfiehlt es sich, zunächst einen Schritt vor demjenigen, zu dem man beim letzten Mal gekommen war, zu beginnen.

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Humpeln

Für diesen Trick benötigt man ein wenig Geduld, weil diese Art der Fortbewegung natürlich der Intuition eines unverletzten Hundes widerspricht. Trotzdem hat uns das Erlernen viel Spaß gemacht und die Wirkung vor Publikum ist auch ziemlich gut.

  1. Zunächst soll der Hund lernen, die Pfote zu heben. Setzen Sie sich dazu neben ihrem stehenden Hund auf den Boden und halten Sie ihm die Hand hin, wie Sie es beim Pfote-Geben tun. Wenn der Hund Pfote geben möchte, bestätigen Sie, bevor die Pfote die Hand berührt. Wiederholen Sie dies einige Male.
  2. Nun bewegen Sie bei jeder Wiederholung Ihre Hand ein winziges Stück zur Seite und nach oben, bis diese an der Schulter des Hundes an der Seite, auf der er die Pfote hebt, angekommen ist. Natürlich erreicht der Hund diese dann nicht mehr. Das macht aber nichts, weil Sie ihn ja für das Heben der Pfote belohnen. Bestätigen Sie immer, kurz bevor die Pfote ihren höchsten Punkt erreicht.
  3. Wenn Ihr Hund das Prinzip verstanden hat, können Sie ein Hörzeichen einführen (z.B. „Armer“).
  4. Zwischenstand: Auf das Hörzeichen hin hebt der Hund die Pfote, lässt sie aber vermutlich sofort wieder sinken.
  5. Jetzt soll der Hund lernen, die Pfote oben zu halten. Dafür beginnen wir ganz neu. Setzen Sie sich wieder neben den Hund und lassen Sie ihn diesmal die Pfote in Ihre Hand geben. Dann bewegen Sie vorsichtig die Hand am Hundebein entlang, bis das Bein knapp unterhalb des Ellebogens auf ihr aufliegt. Belohnen Sie Ihren Hund, wenn er dabei still hält.
  6. Nun senken Sie ganz langsam die Hand. Wenn der Hund die Pfote ebenfalls senkt, stützen Sie sanft von unten und halten die Pfote in Position. Hält er die Pfote aus eigener Kraft (wenn auch nur für einen winzigen Augenblick), bestätigen Sie dies sofort.
  7. Dehnen Sie langsam die Zeit aus, die der Hund die Pfote oben hält, bevor er belohnt wird. Mit „langsam“ meine ich Steigerungen um maximal ein bis zwei Viertelsekunden auf einmal zu Beginn. Die Bestätigung muss erfolgen, bevor der Hund auf die Idee kommt, andere Dinge mit seiner Pfote anzustellen (z.B. herumfuchteln, vorwärtslaufen, …)
  8. Sobald die Pfote sicher in der Luft schwebt, kann ein eigenes Hörzeichen etabliert werden (z.B. „Hund“).DSC03856
  9. Kombination des bisher Erlernten: Sagen Sie „Armer“ und schieben dann, sobald der Hund die Pfote hebt, „Hund“ hinterher. Das Timing ist hier wichtig, das zweite Hörzeichen sollte genau erfolgen, wenn die Pfote am höchsten Punkt ist. Am Anfang können Sie ruhig wieder von unten stützen, das macht es etwas einfacher.
  10. Zwischenstand: Auf Hörzeichen (z.B. „Armer Hund“) hebt der Hund die Pfote und hält sie in der Luft.
  11. Als nächstes kommt das Vorwärtslaufen. Lassen Sie den Hund die Pfote heben und halten Sie eine Hand unter das Bein (ohne es zu berühren), um ggf. stützen zu können. Aus der anderen Hand füttern Sie Ihren Hund, während sie diese ganz langsam nach vorne bewegen. Die Hundeschnauze wird ihr natürlich folgen. Füttern Sie weiter, solange die Pfote schön schwebt. Senkt sie sich, hören Sie auf zu füttern und stützen wieder.
  12. Nun bewegen Sie die Futterhand so weit, dass eine Kopfbewegung für den Hund nicht mehr ausreicht, um ihr zu folgen. Die Hundeschnauze soll den Kontakt zur Futterhand dabei nicht verlieren. Vermutlich wird er versuchen, mit der Pfote einen Schritt zu machen, die bereits angehoben ist. In diesem Fall stellen Sie das Füttern wieder ein und stützen. Beobachten Sie die anderen Pfoten genau. Belohnen Sie jede minimale Bewegung eines anderen Beins (vermutlich zunächst eines der Hinterbeine), auch wenn dabei die Pfote gesenkt wird. Sobald Ihr Hund verstanden hat, dass er ein anderes Bein bewegen soll, belohnen Sie nur noch, wenn er die „verletzte“ Pfote oben hält. Aus der Bewegung soll nun ein richtiger Schritt mit einem der Hinterbeine werden.
  13. Und nun das andere Hinterbein…
  14. Für den Schritt mit dem Vorderbein brauchen Sie etwas Geduld. Ansonsten analoges Vorgehen.DSC03857
  15. Wenn das Prinzip verstanden ist, können Sie mehrere Schritte hintereinander fordern. Zunächst gibt es für jeden Schritt eine Belohnung, dann wird die Anzahl der Schritte vor der Belohnung langsam erhöht.
  16. Fast geschafft. Der Hund humpelt hinter der Futterhand her, die sich langsam bewegt. Jetzt müssen Sie nur noch das Futter abbauen. Belohnen Sie dafür den Hund aus der anderen Hand, obwohl auch die Futterhand noch gefüllt ist. Ballen Sie diese zur Faust, sodass Ihr Hund nicht mehr daraus fressen kann.
  17. Nun können Sie das Futter in der Faust weglassen, die Belohnung erfolgt weiterhin aus der anderen Hand.
  18. Die Faust öffnet sich, der Abstand zwischen Schnauze und Hand vergrößert sich nach und nach, bis diese nicht mehr benötigt wird.
  19. Ziel erreicht: Auf das gewählte Signal hebt Ihr Hund die Pfote und humpelt neben Ihnen her, wenn Sie losgehen.

Diplomatische Bemühungen im Ganznahostkonflikt

Vor Kurzem führte uns die Mission als diplomatische Abgesandte in den ganz nahen Osten. Genauer gesagt auf eine Weide etwa 2km östlich unseres Heimatortes. Diese Weide ist bewohnt.

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Und das nicht nur von einer Gruppierung.

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Leider sind die Beziehungen zwischen den beiden Parteien geprägt von Feindschaft und Misstrauen. Der Ganznahostkonflikt bedroht nicht nur die Sicherheit im Weideland, sondern ist auch global ein ernstzunehmender Risikofaktor. Daher wurde meine Klientin als Friedenstifterin gesandt, diplomatische Verhandlungen in die Wege zu leiten. Nach anfänglich geheucheltem Desinteresse

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zeigten sich schließlich doch beide Seiten aufgeschlossen und verhandlungsbereit.

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Obwohl meine Klientin zwischenzeitlich etwas vom Thema abkam,

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konnte sie schließlich eine Annäherung der beteiligten Parteien erreichen.

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Insgesamt war die Mission damit ein voller Erfolg. Das Ergebnis stimmt uns zuversichtlich auf eine baldige Beilegung des Ganznahostkonfliktes, auf dass endlich Frieden herrsche im Weideland. In aller Bescheidenheit möchte ich anmerken, dass ich als oberster Sicherheitsbeauftragter keinen geringen Anteil am friedvollen Ausgang der Unternehmung trage, tat ich doch alles, den Schutz meiner Klientin zu gewährleisten.

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Sie hielt den Stacheldraht ja für übertrieben. Ich aber sage, dass wir kein Risiko eingehen dürfen. Sicherheit hat oberste Priorität. Gerade im ganz nahen Osten.

Juni in Kürze

Gute Tat des Monats: Schnecken aus Pfützen gerettet. Warum kriecht man dort hinein? Kann man sich nicht denken, dass man ertrinkt? Kann man überhaupt denken als Schnecke? Ist man so langsam, dass man von der Sturmflut der anschwellenden Pfütze überrascht wird?

Böse Tat des Monats: Bei Hitze Kalle einen Essensbrocken zugeworfen. Zu kurz geworfen. Es stürzte den armen Hund in einen tiefen inneren Konflikt: Steht man auf, um sich das Futter zu holen? Glücklicherweise nahm die Geschichte einen guten Ausgang. Er streckte sich gaaanz weit, machte die Zunge gaaanz lang – und konnte das Aufstehen bei Futteraufnahme vermeiden.

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Rätsel des Monats: Impfe ich gegen Leptospirose oder nicht? Je mehr ich mich informiere, desto unsicherer werde ich. Sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein?

Erkenntnis des Monats: Der Trick „auf den Rücken springen“ ist besser für eine Kombination aus kleinerem Hund und größerem Menschen geeignet. Der Hund sollte keine Neigung zum Kopfklettern besitzen. Der Mensch keine Neigung zu Lachanfällen. Beide sollten mit einem besseren Gleichgewichtssinn ausgestattet sein.

Dummheit des Monats: Ganz dummer Fehler in einem Massenplot. Hat mich wochenlange Arbeit gekostet. Zeit ist nicht verschwendet, wenn man etwas gelernt hat. Sage ich mir immer wieder.

Verrücktheit des Monats: Hundekot ist ein echtes Problem. Viele Gemeinden reagieren da vorbildlich. Sie stellen Mülleimer und Kotbeutelspender auf, die rücksichtsvolle Hundebesitzer gerne benutzen. Unsere Gemeinde hat da eine andere Lösung. Es gibt keine Beutelspender und genau zwei Mülleimer. Die stehen jeweils neben einer Bank und quellen über vor Kotbeuteln. Was das Sitzvergnügen auf diesen Bänken deutlich schmälert. Sicher fehlt da das Geld. Das wurde anderweitig äußerst sinnvoll investiert. Diesen Monat war es soweit: Wir gerieten in eine der gefürchteten Kotbeutelkontrollen. Durchgeführt von zwei höchst motivierte Polizisten, die sich samstags abends (!) sicher keine schönere Beschäftigung vorstellen konnten. Kotbeutel dabei zu haben ist ja schon mal ein Anfang. Der zweite Schritt wäre, sie auch zu benutzen. Was wenig Spaß bringt, wenn es keine Möglichkeit zur Entsorgung gibt.

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Buch des Monats: Es war mein Glücksmonat. Zwei neue Bücher meiner beiden Lieblingsautorinnen. Das eine ist „Grey“ von Leonie Swann: Augustus Huff ist Dozent an der Universität von Cambridge. Einer seiner Studenten stürzt in den Tod und hinterlässt Huff eine Menge Unordnung und einen Graupapagei namens Grey. Huff verabscheut Unordnung. Gemeinsam mit Grey beginnt er, den Todesfall – im wahrsten Wortsinn – aufzuklären. Nach den Schafen von Glennkill hatte ich hohe Erwartungen an dieses Buch. Sie wurden nicht enttäuscht. Das zweite Buch ist „Will sei Dank“ von Patricia McConnel. Dazu habe ich einiges zu schreiben. Es wird einen eigenen Artikel geben.

Begegnung des Monats: Mit Kalle Fahrrad gefahren. Fremder Hund kam auf uns zu, ohne Leine. Abgestiegen, sich neben Kalle aufgebaut, den anderen warnend angeschaut. Er bleib stehen. Machte dann probeweise noch ein paar Schritte in unsere Richtung. Kalle angeschaut: sein Part. Er hob leise grollend die Lefzen, schaffte es ruhig zu bleiben, keine Hysterie dieses Mal. Fremder Hund beeindruckt, machte einen Bogen um uns. Perfekt, Kleiner. Dann der Besitzer. Auf meinen Gruß ein giftiges: „Hab den Hund nicht gesehen!“ „Kein Problem, ist doch alles gut gegangen.“ Erst irritiert gewesen: Wäre ein „Guten Morgen“ zu viel verlangt? Doch eigentlich war er wie Kalle: Sicher greift mich jemand an, da wehre ich mich gleich mal vorsichtshalber.

Glücksmoment des Monats: Den ersten Kirschbaum mit reifen Früchten entdeckt. Eine der wenigen Speisen, für die wir die Begeisterung teilen. Eine für dich, eine für dich, eine für mich. Mit kirschgefüllten Bäuchen im Gras gesessen. Sommer.

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Die Sammlung, die Insel, der Hundetag

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Da hat man gerade stolz seinen ersten Liebster Award vollendet und wird dann ganz dreist zurück nominiert. Ich fühle mich geschmeichelt. Ganz besonders, weil die Nominierung mit so netten Komplimenten verbunden ist. Verrückt, frech und albern. Das hört man doch gerne.

Im Ernst, großen Dank an Undercover Labrador. Ich freue mich sehr, dass du meine Antworten hören möchtest. Hier sind sie:

  1. Wenn dein Hund mit einem anderen Tier gekreuzt wäre, welches wäre das?

Für Kalle habe ich das schon mal in deinen Kommentaren geschrieben. Da ich ein bequemer Mensch bin, kopiere ich es einfach mal:

Ziege (Gras fressen und Bocksprünge), Katze (auf Bäume klettern und Fellpflege), Igel (ängstlich und stachlig, wenn man ihm dann zu nahe kommt) und Bärenmama (wenn er glaubt, ich sei in Gefahr).

Bei Mia ist es ein Schaf, nett und brav und… na ja… ein klein wenig schafig.

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  1. Kylar hat ein großes Problem, er kackt nur bei hohem Gras und hier wurden einfach alle Wiesen gemäht. Welche verrückte Macke hat euer Hund beim Geschäft verrichten?

Solche Fragen können nur Hundemenschen stellen. Kalle mag hohes Gras gar nicht. Am Hintern kitzelnd ist es einfach doof. Außerdem braucht er Rundumblick, falls wir gerade in diesem Moment angegriffen werden. Mia benötigt vor allem Abstand zu anderen Hinterlassenschaften. Wo andere schon waren, geht sie nicht mehr in die Nähe.

  1. Welcher Spruch steht auf eurem Kaffeebecher?

Leider habe ich keinen Kaffeebecher mit Spruch. Aber schauen wir mal, ob ich wenigsten einen mit Aufschrift finde. Blick in den Schrank:

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Hm, ein Überbleibsel aus meiner Ministrantenzeit. Und dort ganz hinten?

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Ups, der gehört wohl meiner Schwester.

  1. Welche Eigenschaft teilt ihr mit eurem Hund?

Das ist eine spannende Frage, die ich schon beim letzten Mal hier beantwortet habe.

  1. Von was sammelt ihr zu viel? Bzw. eure Hunde?
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    Von hinten oben links nach unten rechts: Beppo, Kira, Sunny, Nelli, Sheena, Bibi, Kitty, Tommy, Timo, Lara, Winnie, Pettie, Sarah, Franzi, Donkey, Ignaz, Wilma, Flipsi, Luise Charlotte, Schoko, Leo, Judy, Wuschel, Koko, Nici, Penny, Murks, Curry, Stella, Trixie, Lorenz, Lina, Timmy, Katie, Lena
  2. Was ist unter eurem Bett?

Einige verlorene Hundehaare. Der Schatten eines verblassten Traums. Ein großkanonisches Ensemble von Luftmolekülen. Ein ungedachter Gedanke. Eine kleine Vakuumfluktuation. Eine erinnerte Kindheit. Ein bisschen Staub. Ein verworfener Plan. Eine Gruselgeschichte. Ein schweigendes Geheimnis.

  1. Jackpot, du fährst auf eine einsame Insel, natürlich kommt dein Hund mit, was würdest du ihm zuhause noch beibringen, bevor ihr ganz auf euch gestellt seid?

Das Wichtigste können sie bereits, denke ich. Sie sind sehr gut im Essen aufspüren und könnten auch jagen, wenn sie dürften. Mia hat eine gute Orientierung und findet Wege auch in schwierigem Gelände. Wasser findet sie ebenfalls leicht. Kalle ist aufmerksam und würde jede Gefahr sofort erkennen. Und sein Leben einsetzen, um uns zu beschützen. Außerdem macht er sich gut als Wärmflasche.

Ich dagegen müsste noch Einiges lernen. Feuer machen zum Beispiel, einen Unterschlupf bauen, alles über essbare Wildpflanzen und über Heilkräuter. Wenn ich genug Zeit habe, bringe ich ihnen bei, auf Signal bestimmte Kräuter zu finden und anzuzeigen. Bei Pfefferminze können sie es schon, den Rest lernen sie bestimmt.

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  1. Wenn du einen Tag im Körper deines Hundes wärest, was würdest du tun? Auch der Nachbarshündin hinterher laufen?

Ich würde rennen. Leichtigkeit in wirbelnden Pfoten und fließender Kraft. Fliegend.

Ich würde spielen. Jagend und kugelnd und nackenfellzerrend. Nicht denkend.

Ich würde schnuppern. Dreidimensional und scharf unterscheidend. Versinkend.

Ich würde mir ziemliche Sorgen machen, ob Kalle nun in meinem Körper ist. Möchte nicht wissen, was er dort anstellen würde. Und wie sollte ich das am nächsten Tag erklären? Beunruhigend!

  1. Du hast gepupst, deine Freunde schauen dich lächelnd an, schiebst du es auf den Hund?

Das kommt nicht vor. Es war immer der Hund.

  1. Bei einem Horrorfilm, kuschelst du mit dem Hund oder mit deinem Partner?

Ich schaue keine Horrorfilme. Mal ehrlich, die Welt ist so schon schrecklich genug. Außerdem bin ich schreckhaft. Einer ist allerdings noch schreckhafter als ich: Kalle. Würden wir zusammen einen Horrorfilm schauen, würde ich an irgendeiner Stelle zusammenzucken. Kalle würde aufspringen und vorsichtshalber in Alarmbellen explodieren. Uns beiden würde fast das Herz stehen bleiben.

An dieser Stelle sollte ich weitere Blogs nominieren. Allerdings fallen mir so schnell keine neuen Fragen ein. Deshalb werde ich dieses Mal nicht nominieren. Wer sich meinen verrückten Fragen von letztem Mal stellen möchte, ist herzlich eingeladen.