Liebeserklärung, heute poetisch

Eine Liebeserklärung an meine artübergreifende Sozialgruppe, die im Folgenden vereinfacht als Rudel bezeichnet wird.

 

Rudelgedicht

Da habt ihr mich

Ganz eingerudelt

Mit wirbelnden Pfoten und wissendem Blick

Mit singenden Augen und tanzendem Schritt

Mit warmem Kopf auf meinem Knie

Mit weicher Stirn an meinem Bauch

Mit Gedanken, die so fremd

Und Gefühlen, so vertraut

So bin ich ihr

Und seid ihr ich

Und nur mit euch

Bin ich erst ganz

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Der Blog hat Geburtstag

Heute ist ein besonderer Tag. Ein erster Geburtstag. Am neunten April 2017 ging mein erster Beitrag auf diesem Blog online. Das ist nun ein Jahr her. Unglaublich, wie die Zeit vergeht.

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Das schönste Thema.
Angefangen habe ich, um zu schreiben. Über Hunde zu schreiben, weil Hunde natürlich das schönste und spannendste Thema überhaupt sind. Um meine Gedanken loszuwerden, zu sortieren und einfach, weil das Schreiben mir Spaß macht. Nach einem Jahr hat meine Freude daran nicht nachgelassen. Im Gegenteil, sie ist sogar größer geworden. Und das liegt an euch. Denn würde ich ohne Leser, ohne Rückmeldung in den „leeren Raum“ schreiben – ich hätte längst wieder aufgehört.

Begeistert bin ich von meinen Bloggerkolleginnen, vom freundlichen Austausch und von eurer Hilfsbereitschaft und natürlich von euren eigenen Blogs. Ich habe so viel von euch gelernt.

An dieser Stelle könnte ich nun weiter auf das letzte Jahr zurückblicken. Fast habe ich den Eindruck, dass ich auf diesem Blog ständig zurückblicke. Deshalb möchte ich heute stattdessen mal nach vorne schauen.

Wie geht es weiter? Nun, so ähnlich wie bisher, denke ich. Ich schreibe, was mir in den Kopf kommt. Nach wie vor werde ich euch keine professionellen Ratschläge zur optimalen Hundehaltung geben können. Ich werde weiterhin versuchen, so ehrlich und nah an unserem Leben wie möglich zu berichten. Nicht jeder Text wird einen Mehrwert haben, und keiner den Anspruch auf die vollständige und einzige Wahrheit (was immer das ist). Ich hoffe sehr, dass ich trotz anstehender Masterarbeit weiterhin die Zeit haben werde, in gewohnter Regelmäßigkeit zu bloggen. Noch mehr hoffe ich, dass ihr weiterhin dabei seid, lest, kommentiert, uns begleitet. Ich freue mich wahnsinnig auf das nächste Jahr des Bloggens mit euch!

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Auf zu neuen Abenteuern!
Obwohl ich schon einige Ideen für neue Themen habe, ist noch vieles offen. Habt ihr irgendwelche Wünsche oder Vorlieben? Mehr (oder weniger) Hundegeschichten, Lustiges, Nachdenkliches, Alltag, Training, Trickanleitungen, Buchrezensionen, …? Spezielle Themenwünsche? Ich freue mich über jede Anregung!

Our Morning Glory Story

Durchdringend erhebt sich der Ruf des Eichelhähers in diesem Konzert.  Melodisch das Zwitschern der Amseln, fröhlich hell das Zirpen der Meisen, untermalt vom soliden Gurren der Tauben. Klar und süß ist die Luft, unter Kühle und Frost ist die erdige Lebendigkeit des Frühlings schon stark präsent. Warm sind die ersten Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, wärmer noch der kleine Hundekörper, der sich sacht gegen mein Bein drückt. Unser Atem geht im Gleichklang. Es ist einer dieser vollkommen normalen Morgende, die normal vollkommen sind. What’s your story, morning glory, denke ich. Was für eine schöne Idee von Stephie für eine Blogparade. Und in meinem Kopf beginnt sich ein Text zu formen.

Also möchte ich dich heute mitnehmen. Mitnehmen auf einen ganz normalen Morgenspaziergang, auf unsere Lieblingsrunde, an einem Tag von vielen. Weil jeder einzelne dieser Tage etwas Besonderes ist.

Wie jeden Spaziergang beginnen wir auch diesen gemeinsam. Verbunden durch die Leinen, gehen wir ein Stück den Weg entlang, die Wiese hoch, noch ein Stück Weg.

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Schließlich habe ich das Gefühl, dass wir gut aufeinander eingestimmt sind. Ich löse Mias Leine, lasse Kalles Schleppleine lang. Noch darf er nicht frei laufen, hier sind einfach zu viele Hunde unterwegs. Auf diesem Abschnitt trödeln wir gerne, begrüßen jeden Grashalm einzeln, stecken den Kopf in Mäuselöcher, machen ein paar Fotos. Eine Gruppe von Hunden kommt uns entgegen, Menschen winken und drehen dann ab. Verständlicherweise wollen sie uns nicht begegnen.

Nach einer kleinen Steigung haben wir einen guten Überblick über den weiteren Weg, niemand ist in der Nähe. So wird auch Kalle abgeleint. Links auf der Weide flauschige Schäfchen, rechts ein Bach, von Schilf umgeben. Weiterhin achte ich darauf, dass keine Unruhe aufkommt, sich niemand entfernt. Die Hunde laufen entspannt hinter mir her, schnüffeln viel, markieren, schließen wieder zu mir auch.

Auf der nächsten Kreuzung steht ein älterer Herr mit Schäferhund. Letzterer wirkt jung, aufgeschlossen und verspielt. Also genau das, was Kalle nicht ausstehen kann. Wir machen einen Bogen, so groß wir möglich. Keine Angst, der sei ganz lieb, erklärt mir der Besitzer. Ich spare mir die Antwort.

Wir lassen die Kreuzung hinter uns, nehmen einen schmalen Pfad, der uns den Hang hinaufführt, sich dann durch Wiesen und Büsche schlängelt. Stille umgibt uns.

Und endlich sind wir da.

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An unserem Lieblingsort, wir haben die Wiesen ganz für uns. Und endlich wird gerannt. Leckerchen fliegen, dann der Handschuh. Ein paar Tricks, eine Runde gemeinsames Toben. Schließlich lassen wir uns ins Gras fallen, atmen. Lauschen.

Durchdringend erhebt sich der Ruf des Eichelhähers in diesem Konzert.

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Gelöst machen wir uns auf den Rückweg. Die Stimmung ist heiter, die Verbundenheit stark. Ich brauche keine Worte, um die Hunde zu lenken. In diesem Zustand kann ich zulassen, dass Kalle sich entfernt. Er bleibt mit mir in Kontakt, versinkt nicht in seiner Welt, überdreht nicht. Dass er sich sich begeistert wälzt und anschließend riecht wie ein toter Maulwurf, trübt die Idylle nur minimal. Bevor wir wieder auf den stärker frequentierten Weg kommen, bleibt er von alleine stehen und lässt sich anleinen.

Wieder kommt uns eine Gruppe Spaziergängerinnen mit Hunden entgegen. Diesmal wollen sie an uns vorbei, glücklicherweise sind alle angeleint. Kalle zeigt an, wird belohnt, im Schutz meiner Beine geht es an den anderen vorbei. Ich summe beruhigend. Er bleibt ruhig. Eine der Spaziergängerinnen grüßt mich. Wissend, dass es ein Fehler sein könnte, schaue ich sie für eine halbe Sekunde an und erwidere den Gruß. Kalle explodiert. Ich konzentriere mich wieder, schiebe ihn zurück. Nach einem letzten Brummeln geht es weiter, den Abhang hinunter, dann links auf einen Wiesenweg.

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Auf dem letzten Stück, nun ein breiter, befestigter Weg, trödeln wir nicht mehr. Eine leise Stimme in meinem Hinterkopf erinnert mich daran, dass die Arbeit sich nicht von alleine erledigt. Nicht ganz so leise Stimmen in unseren Bäuchen erinnern uns, dass Zeit für unser Frühstück ist. Also kommen wir schnell voran.

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Und so endet schließlich unser Spaziergang. Bis zum nächsten Mal.

Sterne für dich

Zur Blogparade von miDoggy möchte ich einem ganz besonderen Menschen Danke sagen: Dir.

Dass es dich gibt, ist erstaunlich. Klar, das Leben an sich ist erstaunlich, dass du existierst, hier und jetzt. Aber ich meine noch etwas anderes: Dass es dich als Leser gibt, ist erstaunlich.

miDoggy Weihnachtssterne

Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass du das hier lesen wirst. Dass du vielleicht genauso hundeverrückt bist wie ich. Dass du meinen Blog irgendwie gefunden hast und er dich interessiert.

Deshalb danke ich dir dafür, dass dein Hund dir wichtig ist. Dass Worte dir wichtig sind. Deshalb bist du mir wichtig. Ohne dich als Leser wäre dieser Blog weniger. Eigentlich gar nichts.

Und ganz besonders danke ich dir, Katrin, Stephie, Claudia, Andrea, Sabine, Eva, Shiva-Sandra, Grisu-Kessi-Kerstin, Charlie-Lis-Sandra, Buddy-Amber-Kerstin, Caroline, Diana, Noemi, JanJan, Doxa, Lizzy, Kirstin, Johanna, Ulf, Veronika, Mara, Isabella, Melinda, Jasmin, Dergl (Hm, ich weiß gar nicht, wie du wirklich heißt), Christiane, Nicole, Marleysworld (das Gleiche), Bernd, Anika, Elke, Samate (…), IT-Tagebuch (…), Manuela, Oldieat (…), Labrador Bran (…), Karen, Claudia. Ich freue mich unheimlich über deine Kommentare. Würde ich keine Rückmeldung bekommen, hätte ich diesen Blog längst wieder aufgehört. Danke für deine Anteilnahme, deine Meinung, deine lieben Worte, deine Perspektive. (Falls ich dich eben vergessen habe, tut mir das furchtbar leid und war keine Absicht…)

Dir, Julia, danke ich sehr für die großartige Arbeit, die du mit der miDoggy Community leistest. Für die vielen tollen Blogs, die ich durch die Community kennengelernt habe, und für das fleißige Teilen von Beiträgen.

Ich danke dir, wenn du einen eigenen Blog hast. Danke für deine Geschichten, die so viel Inspiration für mich sind. Es gibt so viele fantastische Blogs, die ich lese, dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann.

Und schließlich danke ich dir, wenn du das hier gar nicht lesen kannst, weil du gar kein Mensch, sondern ein Hund bist. Diese Welt wird durch dich ein Stück schöner.

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Hunde für die Seele

Das Thema der MiDoggy Blogparade für diesen Monat sind Seelenhunde. Nun habe ich ja schon das ein oder andere Mal darüber geschrieben, dass Kalle für mich mein Seelenhund ist. Ganz anders als gewünscht, genauso wie gebraucht. Deshalb war ich erst nicht sicher, ob ich an dieser Blogparade teilnehme. Tatsächlich ist dieses Thema aber für mich unerschöpflich. Ich hoffe, es langweilt euch nicht mittlerweile. Für diesen Text hat mich ein wundervoller Beitrag von Sandra von Dreipunktecharlie beeinflusst: „Charlie ist nichts von dem, was ich wollte.“ Dieser Text hat mich besonders berührt, weil es bei uns eigentlich genauso ist. Nur umgekehrt.

Ganz im Gegensatz zum Team „Lis und Sandra“ waren „Mia und Nora“ zurückhaltend, ruhig, konfliktscheu. Bemüht, immer alles richtig zu machen, am besten nicht aufzufallen. Während Sandra mit Lis auf Einbrecherjagd war, hätten wir uns wohl hinter dem Sofa versteckt. Und dann kam Kalle. Er ist ängstlicher als wir beide zusammen. Aber er zeigt seiner Angst die Zähne.

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Schüchtern?
Kalle ist ganz und gar nicht konfliktscheu. Konflikte ziehen ihn magisch an. Nach unserer ersten heftigeren Auseinandersetzung war ich einigermaßen schockiert. Nicht nur weil meine vorletzte Hose zerrissen war (ich hasse shoppen und die Anzahl meiner gesellschaftsfähigen Hosen normalerweise zwischen zwei und drei), sondern weil ich befürchtete, unsere Beziehung habe sich dadurch verschlechtert. Es war nicht so. Unsere Verbindung war so eng und vertraut wie zuvor. Wir können streiten, einander furchtbar anfauchen, es ändert gar nichts. Eine Entdeckung.

Auch draußen: Wer ihm nicht passt, wird weggeknurrt. Und das ist fast jeder. Grundsätzlich würde ich diese Strategie nicht weiterempfehlen, sie erschwert das Leben schon ein wenig. Aber immerhin ist es authentisch, kompromisslos ehrlich. Weit weg davon, es irgendjemanden recht machen zu wollen. Und ich musste lernen, Nein zu sagen. Nein, der Hund wird nicht gestreichelt. Nein, er möchte nicht spielen. Nein, das muss ich nicht ausprobieren. Und nein Kalle, es wird niemand angebellt. Und Kalle nimmt mich ernst. Auch das ist eine Entdeckung.

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Er kann also doch Freunde finden
Im Gegensatz zu Sandra wollte ich keinen Beschützer. Ich wollte einen freundlichen, fröhlichen Hund. (Eigentlich so einen wie Charlie. 🙂 ) Doch irgendwie habe ich mich daran gewöhnt, einen Bodyguard an meiner Seite zu haben. Wachsam, entschlossen, mutig; immer da, wenn ich ihn brauche. Mit der Tendenz zwar, es gelegentlich ein wenig zu übertreiben, doch absolut zuverlässig, wenn es darauf ankommt.

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Er kann auch ganz albern sein
Und trotzdem, wäre Kalle nur das, würde ich womöglich sagen, dass wir nicht gut zusammen passen. Aber er ist noch viel mehr. Einfühlsam, witzig, sensibel. Er weiß immer, was ich von ihm möchte, meist bevor ich es sagen kann. Vor allem aber berührt er etwas in mir. Julia hat gefragt, was ein Seelenhund für uns sei. Und ganz genau das ist es, glaube ich, was Seelenhunde ausmacht. Dass sie uns berühren, einfach weil sie sie selbst sind. Weil sie sich nicht um unsere Erwartungen kümmern. Und weil sie uns so wahrnehmen und mögen, wie wir sind. Weil sie uns brauchen und dadurch Neues, Gutes in uns zum Vorschein bringen.

 

Hundeliebe: So war das eigentlich nicht geplant

Zur Blogparade von miDoggy

Jetzt ist es schon fünf Jahre her, dass wir uns kennengelernt haben. Und ich muss sagen: So war das eigentlich nicht geplant, Kleiner. Du warst so nicht geplant.

Vielleicht haben sich einige Leser schon gefragt, warum man eigentlich als Studentin gleich zwei Hunde hat. Davon einer, der, sagen wir mal, besonderen Förderungsbedarf hat.

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Ein kleines bisschen verrückt
Es gibt Zeitpunkte im Leben, die sind passend, um einen schwierigen Hund aufzunehmen. Wenn man ein geregeltes Leben hat, Arbeit, Zeit und ein Haus mit Garten. Wenn die Kinder kurz vor dem Erwachsenenalter stehen, bald ausziehen werden, und man Raum für eine neue Aufgabe hat. So wie meine Eltern vor fünf Jahren.

Und dann kann es eben auch anders kommen. Dinge laufen nicht immer so, wie man möchte. Nach der Trennung meiner Eltern haben sich die Umstände geändert. Mein Vater ist Vollzeit berufstätig und du bist kein Hund, der den ganzen Tag alleine bleibt. Selbst wenn es zeitlich machbar wäre: Du bist nicht der richtige Hund für meinen Vater und er nicht der richtige Mensch für dich. Meine Mutter hat Pläne, Dinge, die sie nun endlich erleben möchte, verständlicherweise. In denen ist ein Rabaukenhund nicht vorgesehen. Ihr neuer Freund hat Tinnitus. Jetzt bist du kein Dauerkläffer. Aber wenn du bellst, dann richtig. Jedes Mal so eine Art Explosion. Auch nicht optimal.

Es war nicht geplant, dass du mich so brauchen würdest, Kleiner. Es war nicht geplant, dass ich dich so brauchen würde.

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Seelenhund
Viele berichten von ihrem Seelenhund. Ich habe gehofft, dass ich meinen auch einmal finden würde. Ich hätte nur nicht gedacht, dass du es wirst. Sei mir nicht böse, aber wenn ich einen Hund für mich ausgesucht hätte, hätte ich dich nicht genommen. Klar fand ich dich schön, wunderschön. Aber zu unsicher für mich, zu ängstlich. Wie hätte ich dir Sicherheit geben können, wo ich mich doch selbst so häufig unsicher fühle? Wo ich noch gar nicht weiß, wie mein Leben aussehen wird? Ich hätte mich für deine Zwingergenossin, die Schnauzermixhündin, entschieden. Grau, zottig, unscheinbar neben dir. Aber mit einem aufgeschlossenen, fröhlichen Wesen, das ich sofort sympathisch fand. Nur habe ich eben nicht entschieden.

Aus irgendeinem Grund hast du dich für mich entschieden. In der ersten Zeit bei uns zu Hause hast du dich an mich gehängt, nicht an jemand anderen. Wenn ich dich an der Leine habe, bist du entspannter, „braver“ als bei allen anderen. Du scheinst nicht zu merken, wie unsicher ich eigentlich bin. Spiele ich dir Selbstbewusstsein vor, glaubst du mir. Allein dafür liebe ich dich.

Nein, so war das nicht geplant, Kleiner. Dass ich mein ganzes Leben um dich herum organisieren muss. Dass du mich so glücklich machst. Dass ich glaube, nie mehr auf dich verzichten zu können.

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Wohin wir gehen, gehen wir gemeinsam
Jetzt sind wir hier und wissen nicht, wie unser Leben in drei Jahren aussehen wird. Aber ich weiß, dass es unser Leben sein wird. An dem Tag, an dem ich mich zwischen dir und der Forschung entscheiden muss, werde ich mich für dich entscheiden. Denn wer wäre ich ohne dich? Einer dieser bemitleidenswerten Menschen, die ungebeten fremde Hunde streicheln. Weil kein pelziges Wesen auf ihrem Sofa liegt, seinen Kopf auf ihren Schoß legt und sie bedenkenlos liebt. Weil sie niemanden wie dich haben.

Der Hund, den ich brauche

Eva (Undercover-Labrador) hat zu einer Blogparade aufgerufen. „Jeder bekommt den Hund, den er braucht. Welchen habt ihr bekommen?“

Kalle ist mein Seelenhund. Ein Hund, wie ich ihn nie wollte. Ein Hund, wie ich ihn brauche.

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Kalle macht das Leben kompliziert. Hunde findet er doof. Menschen findet er doof. Katzen findet er doof. Bäume sind okay. Außer es weht Wind und sie bewegen sich. Dann sind sie auch doof.

Man kann mit ihm schön wandern. Ansonsten kann man wenig unternehmen, da man immer auf Menschen/Hunde/… trifft. Ihn mal irgendwohin mitnehmen? Einen Ausflug machen, etwas Neues erleben? Sehr schwierig. Früher habe ich mich gefreut, auf Spaziergängen anderen Hunden und ihren Menschen zu begegnen. Seit Kalles Einzug ist das vorbei. Meine Mutter bezeichnet ihn liebevoll als „Kontaktekiller“.

Kalle ist nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Er ist mehr, als mir je erträumt hätte.

Wenn mich jemand nach meinen Gründen zu leben fragen würde, wäre Kalle der erste, der mir einfällt. (Gefolgt von Physik und Erdbeerkuchen.) Er ist für mich das Wichtigste auf dieser Welt. „Es ist nur ein Hund“, höre ich. Er ist ganz eindeutig ein Hund. Aber das „Nur“ verstehe ich nicht.

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Ich werde nicht versuchen, unsere Verbindung zu beschreiben. Daran könnte ich nur scheitern. Ich werde nur versuchen zu erklären, warum er der Hund ist, den ich brauche:

Weil er Vertrauen in mich hat, wo ich an mir zweifle.

Weil er handelt, wo ich nur denke.

Weil er wütend wird, wo ich resigniere.

Weil er Lebensfreude ausstrahlt, wenn alles grau ist.

Weil er Gedanken liest und dauerschmust, weil er bei aller Angst und Wut so voller Liebe und Freude ist, wie man es nur sein kann.

Weil er das Leben ernst nimmt und herrlich albern sein kann.

Weil er das mutigste Wesen dieser Welt ist und mich mit seinem Leben beschützen würde.

Weil er unperfekt und voller Fehler ist und mir erlaubt, ebenso zu sein.

Wie schaffe ich es, das alles in ein Wort zu fassen?

Lebensfunkellachendgewitterseelenverwandterschmuse-kriegerherzensfliegendfeuerfarbenflauscheohrenhund.

Oder: Kalle.

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Das Miale darf natürlich auch nicht in Vergessenheit geraten. Sie ist mein Sonnenhund, weil sie Sommer, Sonne und Wärme liebt und es auch in ihrem Inneren (fast) immer hell, warm und freundlich aussieht. (Nur wenn das Essen nicht pünktlich serviert wird, ziehen Wolken auf.) Hier habe ich bereits einen ausführlichen Artikel über sie geschrieben.