Trick: Humpeln

Eigentlich wollte ich ja nach und nach Anleitungen zu Tricks veröffentlichen. Allerdings habe ich festgestellt, dass es da schon sehr viel auf anderen Blogs gibt. Hier kommt jetzt ein etwas fortgeschrittener Trick, den ich noch nicht gefunden habe: das Humpeln. Ich werde abwarten, ob dieser Artikel gelesen wird, und dann entscheiden, ob ich noch mehr zu diesem Thema schreibe. Besonders würde ich mich natürlich über Rückmeldung in den Kommentaren freuen, ob weitere Anleitungen gewünscht sind und wenn ja, welche Tricks interessant sind.

Für alle, die meinen ersten Beitrag zu Tricks nicht gelesen haben, hier noch mal die Vorbemerkung:

Im Folgenden meine ich mit „Bestätigen“ immer das Belohnen mit einem Markersignal und darauf folgendem Leckerchen. Wenn Sie schnell genug mit der Belohnung sind, geht es natürlich auch ohne Markersignal. Ich persönlich finde es allerdings mit Klicker einfacher. Beim Trickdogging ist entscheidend, dass der Hund Erfolg hat. Gehen Sie daher immer erst zum nächsten Schritt über, wenn der vorangegangene gut klappt und vom Hund gerne ausgeführt wird. Natürlich kann ein Trick nicht in einer einzigen Übungseinheit erlernt werden. Diese sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern, je nach Konzentrationsfähigkeit des Hundes. In der nächsten Übungseinheit empfiehlt es sich, zunächst einen Schritt vor demjenigen, zu dem man beim letzten Mal gekommen war, zu beginnen.

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Humpeln

Für diesen Trick benötigt man ein wenig Geduld, weil diese Art der Fortbewegung natürlich der Intuition eines unverletzten Hundes widerspricht. Trotzdem hat uns das Erlernen viel Spaß gemacht und die Wirkung vor Publikum ist auch ziemlich gut.

  1. Zunächst soll der Hund lernen, die Pfote zu heben. Setzen Sie sich dazu neben ihrem stehenden Hund auf den Boden und halten Sie ihm die Hand hin, wie Sie es beim Pfote-Geben tun. Wenn der Hund Pfote geben möchte, bestätigen Sie, bevor die Pfote die Hand berührt. Wiederholen Sie dies einige Male.
  2. Nun bewegen Sie bei jeder Wiederholung Ihre Hand ein winziges Stück zur Seite und nach oben, bis diese an der Schulter des Hundes an der Seite, auf der er die Pfote hebt, angekommen ist. Natürlich erreicht der Hund diese dann nicht mehr. Das macht aber nichts, weil Sie ihn ja für das Heben der Pfote belohnen. Bestätigen Sie immer, kurz bevor die Pfote ihren höchsten Punkt erreicht.
  3. Wenn Ihr Hund das Prinzip verstanden hat, können Sie ein Hörzeichen einführen (z.B. „Armer“).
  4. Zwischenstand: Auf das Hörzeichen hin hebt der Hund die Pfote, lässt sie aber vermutlich sofort wieder sinken.
  5. Jetzt soll der Hund lernen, die Pfote oben zu halten. Dafür beginnen wir ganz neu. Setzen Sie sich wieder neben den Hund und lassen Sie ihn diesmal die Pfote in Ihre Hand geben. Dann bewegen Sie vorsichtig die Hand am Hundebein entlang, bis das Bein knapp unterhalb des Ellebogens auf ihr aufliegt. Belohnen Sie Ihren Hund, wenn er dabei still hält.
  6. Nun senken Sie ganz langsam die Hand. Wenn der Hund die Pfote ebenfalls senkt, stützen Sie sanft von unten und halten die Pfote in Position. Hält er die Pfote aus eigener Kraft (wenn auch nur für einen winzigen Augenblick), bestätigen Sie dies sofort.
  7. Dehnen Sie langsam die Zeit aus, die der Hund die Pfote oben hält, bevor er belohnt wird. Mit „langsam“ meine ich Steigerungen um maximal ein bis zwei Viertelsekunden auf einmal zu Beginn. Die Bestätigung muss erfolgen, bevor der Hund auf die Idee kommt, andere Dinge mit seiner Pfote anzustellen (z.B. herumfuchteln, vorwärtslaufen, …)
  8. Sobald die Pfote sicher in der Luft schwebt, kann ein eigenes Hörzeichen etabliert werden (z.B. „Hund“).DSC03856
  9. Kombination des bisher Erlernten: Sagen Sie „Armer“ und schieben dann, sobald der Hund die Pfote hebt, „Hund“ hinterher. Das Timing ist hier wichtig, das zweite Hörzeichen sollte genau erfolgen, wenn die Pfote am höchsten Punkt ist. Am Anfang können Sie ruhig wieder von unten stützen, das macht es etwas einfacher.
  10. Zwischenstand: Auf Hörzeichen (z.B. „Armer Hund“) hebt der Hund die Pfote und hält sie in der Luft.
  11. Als nächstes kommt das Vorwärtslaufen. Lassen Sie den Hund die Pfote heben und halten Sie eine Hand unter das Bein (ohne es zu berühren), um ggf. stützen zu können. Aus der anderen Hand füttern Sie Ihren Hund, während sie diese ganz langsam nach vorne bewegen. Die Hundeschnauze wird ihr natürlich folgen. Füttern Sie weiter, solange die Pfote schön schwebt. Senkt sie sich, hören Sie auf zu füttern und stützen wieder.
  12. Nun bewegen Sie die Futterhand so weit, dass eine Kopfbewegung für den Hund nicht mehr ausreicht, um ihr zu folgen. Die Hundeschnauze soll den Kontakt zur Futterhand dabei nicht verlieren. Vermutlich wird er versuchen, mit der Pfote einen Schritt zu machen, die bereits angehoben ist. In diesem Fall stellen Sie das Füttern wieder ein und stützen. Beobachten Sie die anderen Pfoten genau. Belohnen Sie jede minimale Bewegung eines anderen Beins (vermutlich zunächst eines der Hinterbeine), auch wenn dabei die Pfote gesenkt wird. Sobald Ihr Hund verstanden hat, dass er ein anderes Bein bewegen soll, belohnen Sie nur noch, wenn er die „verletzte“ Pfote oben hält. Aus der Bewegung soll nun ein richtiger Schritt mit einem der Hinterbeine werden.
  13. Und nun das andere Hinterbein…
  14. Für den Schritt mit dem Vorderbein brauchen Sie etwas Geduld. Ansonsten analoges Vorgehen.DSC03857
  15. Wenn das Prinzip verstanden ist, können Sie mehrere Schritte hintereinander fordern. Zunächst gibt es für jeden Schritt eine Belohnung, dann wird die Anzahl der Schritte vor der Belohnung langsam erhöht.
  16. Fast geschafft. Der Hund humpelt hinter der Futterhand her, die sich langsam bewegt. Jetzt müssen Sie nur noch das Futter abbauen. Belohnen Sie dafür den Hund aus der anderen Hand, obwohl auch die Futterhand noch gefüllt ist. Ballen Sie diese zur Faust, sodass Ihr Hund nicht mehr daraus fressen kann.
  17. Nun können Sie das Futter in der Faust weglassen, die Belohnung erfolgt weiterhin aus der anderen Hand.
  18. Die Faust öffnet sich, der Abstand zwischen Schnauze und Hand vergrößert sich nach und nach, bis diese nicht mehr benötigt wird.
  19. Ziel erreicht: Auf das gewählte Signal hebt Ihr Hund die Pfote und humpelt neben Ihnen her, wenn Sie losgehen.
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Gib Laut

Wir sind ja große Spielkinder, meine Hunde und ich. Wir lieben es Quatsch zu machen, ich denke mir mir gerne Neues aus und die beiden Hunde lieben Kekse! Daher perfekt für uns: Trickdogging. In der Kategorie „Trickdog“ finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für meine Lieblingstricks. Auf diese Art habe ich meinen Hunden diese Kunststückchen erfolgreich beigebracht. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen anderen genau so auch funktioniert. Ein bisschen eigene Kreativität ist also von Vorteil…

Im Folgenden meine ich mit „Bestätigen“ immer das Belohnen mit einem Markersignal und darauf folgendem Leckerchen. Wenn Sie schnell genug mit der Belohnung sind, geht es natürlich auch ohne Markersignal. Ich persönlich finde es allerdings mit Klicker einfacher. Beim Trickdogging ist entscheidend, dass der Hund Erfolg hat. Gehen Sie daher immer erst zum nächsten Schritt über, wenn der vorangegangene gut klappt und vom Hund gerne ausgeführt wird. Natürlich kann ein Trick nicht in einer einzigen Übungseinheit erlernt werden. Diese sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern, je nach Konzentrationsfähigkeit des Hundes. In der nächsten Übungseinheit empfiehlt es sich, zunächst einen Schritt vor demjenigen, zu dem man beim letzten Mal gekommen war, zu beginnen.

Den Anfang macht:

Gib Laut

Ein Klassiker. Allerdings habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich das Bellen am besten auslöse. Allgemein wird immer empfohlen, den Hund so lange durch Vorenthalten eines Spielzeugs oder Leckerbissens zu „ärgern“, bis er fordernd oder aus Frust bellt. Na toll. Genau das, was ich meinen Hunden beibringen möchte: Verliere die Nerven, werde ungeduldig und schnauze los, dann bekommst du, was du willst. Eine andere Möglichkeit musste her. Wann also bellt ein Hund? Wenn es klingelt, wenn jemand am Zaun vorbeigeht. Auch das möchte ich nicht belohnen. Wenn ein anderer Hund bellt. Genau!

  1. Wenn Sie Wert auf die Meinung der Nachbarn legen, vergewissern Sie sich, dass alle Fenster geschlossen sind.
  2. Halten Sie Futter und Klicker bereit, rufen Sie fröhlich Ihren Hund und belohnen Sie ihn, wenn er da ist.
  3. Jetzt bellen Sie. Es sollte ein ruhiges, informatives Bellen sein. Hohl, dunkel, in regelmäßigen Abständen: „Whoh. Whoh. Whoh.“ (Keinesfalls ein schrilles Alarmbellen! Ihr Hund muss nicht glauben, dass eine Invasion bevorsteht…) Bestätigung für jedes Interesse, das ihr Hund zeigt (Ohren aufstellen, sich umsehen, etc.). Sollte der Hund beschwichtigen, versuchen Sie ihn durch wegdrehen, Blick abwenden und Reduzierung der Lautstärke zu beruhigen.[1]
  4. Im nächsten Schritt bestätigen Sie jede Reaktion auf Ihr Bellen, die der „Vorläufer“ eines eigenen Bellens sein kann. Das ist zum Beispiel schnelleres, stoßweise erfolgendes Atmen, Blähen der Lefzen und Ähnliches.
  5. Bestätigung jedes Geräuschs, das der Hund erzeugt. (Durch die Schnauze, versteht sich.)
  6. Bestätigen Sie nur noch die Geräusche, die einem Bellen ähneln. Je näher Sie dem gewünschten Bellen kommen, desto häufiger ignorieren Sie die Geräusche, die diesem weniger ähneln. So lange, bis Sie beim „richtigen“ Bellen angekommen sind.
  7. Sobald der Hund zuverlässig bellt, sobald Sie bellen, können Sie ein Sicht- und/oder Hörzeichen einführen. Geben Sie erst das von Ihnen gewählte Signal, dann bellen Sie. Irgendwann wird Ihr Hund schon auf das erste Signal hin bellen. Dann haben Sie es geschafft.

 

[1] Bei sehr sensiblen bzw. ängstlichen Hunden, die trotzdem noch gestresst wirken, würde ich auf diesen Trick komplett verzichten.