Trick: Hilf mir

Ich knie am Boden, die Hände am Rücken gefesselt. „Hilf mir“, flüstere ich. Das lässt sich das Hündchen nicht zweimal sagen. Er rennt zu mir, um mich herum. Mehr oder weniger vorsichtig zieht er meine Hände in Position. Ich fühle, wie sich eine Reihe messerscharfer Zähne zwischen meine Handgelenke schiebt. Höre genüssliches Nagen. Dann bin ich plötzlich frei. Wir freuen uns, was das Zeug hält.

Zu Halloween hat Anika von den Warnowtatzen zur Blogparade „Trick or Treat“ aufgerufen. Ich möchte mich hier mit einem Trick beteiligen, den ich besonders mag. Witzig und möglicherweise irgendwann einmal nützlich. Falls wir überfallen werden oder bei einem Film mitspielen oder so.

Bei dem Trick „Hilf mir“ nagt dein Hund „Fesseln“ an deinen Händen durch. Ich verwende dazu Baumwollstreifen, die ich aus alten T-Shirts schneide. Kunststoffe, die schneidende Fasern bilden, sind aufgrund der Verletzungsgefahr nicht geeignet. Zu Beginn sollten die Streifen sehr schmal sein, bei nagefreudigen Hunden kannst du sie später beliebig verbreitern. Je lieber dein Hund auf Dingen herumkaut, desto einfacher wird ihm dieser Trick fallen. Kauunlustige Hunde möchten ihn vielleicht überhaupt nicht lernen oder nur mit ganz dünnen Streifen. Sollte dein Hund gar keinen Stoff durchkauen wollen, kannst du auch Zeitungspapier nehmen, das er zerreißen kann.

Es folgt meine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Sobald ein Schritt sicher funktioniert, kannst du zum nächsten übergehen.

IMG_20171031_094751[1]

[Anmerkung zu den Fotos: Für diesen Trick braucht man beide Hände. Fotografieren war also nicht ganz einfach. Wir haben es immerhin geschafft, ein paar mehr oder weniger verwackelte Aufnahmen zu machen, indem Kalle ein Ende des Stoffstreifens mit den Pfoten festgehalten hat, sodass ich eine Hand für meine Handykamera hatte. Deshalb liegt er auf den Bildern. Eigentlich haben wir aber im Stehen geübt und das würde ich auch so empfehlen. Mit zusammengebundenen Händen konnte ich aber leider keine Fotos mehr machen…]

  1. Setzte dich auf einen Stuhl oder auf den Boden. Halte den Stoffstreifen mit beiden Händen auf Nasenhöhe des Hundes quer vor dich. Belohne jedes Interesse, das er daran zeigt.
  2. Belohne jede Berührung des Streifens mit der Schnauze.
  3. Belohne jedes Öffnen der Schnauze beim Berühren, auch wenn es anfangs nur ganz wenig ist.
  4. Nun belohnst du nur noch, wenn sich der Streifen zwischen den Hundezähnen befindet.
  5. Als nächstes soll dein Hund verstehen, dass er kauen soll. Das erfordert möglicherweise ein bisschen Geduld auf beiden Seiten. Lass dich an dieser Stelle nicht auf Zerrspiele ein. Beobachte deinen Hund genau: Jedes minimale Öffnen und Schließen des Kiefers ist der Ansatz eines Kauens und sollte belohnt werden. Dadurch kommst du dem echten Kauen immer näher.IMG_20171031_094806[1]
  6. Sobald dein Hund das Prinzip verstanden hat, kannst du die Belohnung in kleinen Schritten immer weiter hinauszögern.
  7. Schließlich ist es so weit: Der Streifen ist durch. Das gibt ein großes Freudenfest.
  8. Lasse deinen Hund ein paar Streifen durchnagen. Wenn du möchtest, kannst du die Breite schrittweise vergrößern. Achte darauf, dass die Belohnung am Ende attraktiv genug ist.
  9. Variiere die Höhe, auf der du den Streifen hältst. Dein Hund darf ihn in die Position ziehen, die ihm am angenehmsten ist.
  10. Binde nun beide Enden des Streifens um jeweils ein Handgelenk. Zunächst sollte genug Platz sein, dass die Hundeschnauze bequem zwischen deine Handgelenke passt.
  11. Verringere nach und nach die Länge des Streifens zwischen deinen Händen. Dabei solltest du natürlich darauf achten, dass deine Hände nicht zwischen die Zähne geraten…IMG_20171031_094842[1]
  12. Sobald der gewünschte Abstand erreicht ist, musst du das Ganze nur noch von vorne nach hinten verlagern. Gehe dazu alle Schritte noch einmal durch, nur dass du den Stoffstreifen nun hinter deinem Rücken hältst. Je nachdem wie schnell dein Hund das Gelernte überträgt, kannst du möglicherweise den ein oder anderen Schritt abkürzen. Manche Hunde sind zunächst verwirrt, wenn sie ihrem Menschen nicht wie gewohnt gegenüberstehen. In diesem Fall kannst du auch erstmal ein paar einfache Tricks mit dem Rücken zu deinem Hund üben. Und noch ein Hinweis: Bitte achte darauf, dass du jeden Knoten, den du produzierst, auch selbst wieder öffnen kannst, falls dein Hund sich plötzlich weigert…
  13. Führe nun noch ein Signal ein und lasse deinen Hund schrittweise aus einiger Entfernung starten, sodass er erst um dich herumlaufen muss. Und schon habt ihr es geschafft!

[Noch eine Nebenbemerkung: Auch für den Oktober wird es natürlich einen Monatsrückblick geben. Damit sich hier die Texte nicht so häufen, wird er aber erst in ein paar Tagen erscheinen.]

Advertisements

Trick: Aufräumen

Nachdem die letzte Trickanleitung doch einige Leser hatte, geht es nun weiter mit den Tricks. Dieser hier ist nicht allzu schwierig zu erlernen und sehr nützlich. Was gibt es Schöneres, als nach Hause zu kommen, festzustellen, dass die Hunde den Papierkorb ausgeräumt und den Inhalt im Wohnzimmer verteilt haben, sich auf die Couch zu setzen, „Aufräumen“ zu singen und zuzuschauen, wie sie das Chaos wieder beseitigen?

IMG_20171002_180652[1]
Sehr praktisch
Du benötigst ein Spielzeug, das dein Hund gut greifen kann, eine Kiste und Leckerchen. Letztere sollten für deinen Hund so attraktiv sein, dass er das Spielzeug dafür fallen lässt. Wenn dein Hund apportieren kann, solltest du das entsprechende Signal hier nicht verwenden. Ich zumindest möchte, dass meine Hunde beim Apportieren vor mir sitzen und das Spielzeug festhalten, bis ich es nehme. Hier sollen sie etwas anderes tun. Was tut dein Hund, wenn du das Spielzeug ohne zusätzliches Signal wirfst? (Wenn dein Hund aus gesundheitlichen Gründen nicht rennen und abrupt stoppen soll, kannst du das Spielzeug natürlich auch legen, anstatt es zu werfen, und ihn an der Leine führen, falls er trotzdem hinrennt.)

Er bringt es zu mir zurück.

Optimal, setze dich neben die Kiste auf den Boden.

Er nimmt es auf und bringt es zu seinem Körbchen oder an einen anderen sicheren Ort.

Nimm die Kiste und stelle sie an die Stelle, zu der dein Hund läuft.

Er spielt alleine mit dem Spielzeug.

Platziere die Kiste so, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit daran vorbei läuft. Du kannst das Spielzeug in eine Raumecke werfen, sodass die Möglichkeiten anderer Wege begrenzt sind.

Er nimmt es und frisst es an Ort und Stelle auf.

Hm. Nimm ein unkaputtbares Spielzeug und überlasse es deinem Hund so lange, bis es ihm langweilig wird. Dann gehe zum nächsten Punkt.

Er interessiert sich nicht dafür.

Gehe mit ihm zum Spielzeug. Belohne zuerst Interesse, dann Berührung mit der Schnauze, dann Aufnehmen, Tragen. Animiere deinen Hund, dir zu folgen und gehe mit ihm zur Kiste.

IMG_20171002_181648[1]
Am Ende soll das Spielzeug in der Kiste landen
Wie auch immer, nun sollte dein Hund sich samt Spielzeug grob in Richtung Kiste bewegen.

  1. Ziehe in Gedanken einen Kreis um die Kiste. Sobald der Hund den Kreis betritt: Bestätigung und Belohnung. Um das Leckerchen zu fressen, muss der Hund das Spielzeug notwendigerweise fallen lassen. Betritt der Hund den Kreis nicht, solltest du ihn größer wählen (den Kreis, nicht den Hund).
  2. Wirf das Spielzeug erneut und wiederhole das Ganze einige Male.
  3. Verkleinere den Kreis langsam. Wenn (und nur wenn) sich sein Kopf innerhalb des Kreises befindet, bevor er das Spielzeug fallen lässt, belohnst du deinen Hund. Wähle den Radius immer so, dass dein Hund in mindestens 80% der Versuche Erfolg hat.
  4. Schließlich bestätigst du nur noch, wenn sich Schnauze und Spielzeug direkt über der Kiste befinden. Um das Futter zu fressen, lässt dein Hund das Spielzeug fallen, sodass es hoffentlich in der Kiste landet. Übe dies so lange, bis es sicher klappt.

    IMG_20171002_181850[1]
    Fast
  5. Nun kannst du die Bestätigung langsam hinauszögern, sodass dein Hund erst das Spielzeug in die Kiste fallen lässt und danach belohnt wird.
  6. Zeit, ein Signal einzuführen.
  7. Das Gelernte wird generalisiert und eventuelle Hilfen werden abgebaut. Solltest du deinen Hund bisher begleitet haben, bleibst du nun schrittweise zurück. Variiere in kleinen Schritten die Position der Kiste, deine Position, die Art des Spielzeugs und der Kiste. Bitte nicht alles auf einmal, sondern nacheinander.

    IMG_20171002_181706[1]
    Geschafft
  8. Schließlich kannst du verschiedene Objekte auslegen und nacheinander aufräumen lassen. Es muss nicht nur Hundespielzeug sein, wobei du natürlich keine Gegenstände verwenden darfst, die dein Hund verschlucken oder an denen er sich verletzen könnte.
  9. Fertig ist deine persönliche Haushaltshilfe!

    IMG_20171002_180839[1]

Trick: Humpeln

Eigentlich wollte ich ja nach und nach Anleitungen zu Tricks veröffentlichen. Allerdings habe ich festgestellt, dass es da schon sehr viel auf anderen Blogs gibt. Hier kommt jetzt ein etwas fortgeschrittener Trick, den ich noch nicht gefunden habe: das Humpeln. Ich werde abwarten, ob dieser Artikel gelesen wird, und dann entscheiden, ob ich noch mehr zu diesem Thema schreibe. Besonders würde ich mich natürlich über Rückmeldung in den Kommentaren freuen, ob weitere Anleitungen gewünscht sind und wenn ja, welche Tricks interessant sind.

Für alle, die meinen ersten Beitrag zu Tricks nicht gelesen haben, hier noch mal die Vorbemerkung:

Im Folgenden meine ich mit „Bestätigen“ immer das Belohnen mit einem Markersignal und darauf folgendem Leckerchen. Wenn Sie schnell genug mit der Belohnung sind, geht es natürlich auch ohne Markersignal. Ich persönlich finde es allerdings mit Klicker einfacher. Beim Trickdogging ist entscheidend, dass der Hund Erfolg hat. Gehen Sie daher immer erst zum nächsten Schritt über, wenn der vorangegangene gut klappt und vom Hund gerne ausgeführt wird. Natürlich kann ein Trick nicht in einer einzigen Übungseinheit erlernt werden. Diese sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern, je nach Konzentrationsfähigkeit des Hundes. In der nächsten Übungseinheit empfiehlt es sich, zunächst einen Schritt vor demjenigen, zu dem man beim letzten Mal gekommen war, zu beginnen.

DSC03839

Humpeln

Für diesen Trick benötigt man ein wenig Geduld, weil diese Art der Fortbewegung natürlich der Intuition eines unverletzten Hundes widerspricht. Trotzdem hat uns das Erlernen viel Spaß gemacht und die Wirkung vor Publikum ist auch ziemlich gut.

  1. Zunächst soll der Hund lernen, die Pfote zu heben. Setzen Sie sich dazu neben ihrem stehenden Hund auf den Boden und halten Sie ihm die Hand hin, wie Sie es beim Pfote-Geben tun. Wenn der Hund Pfote geben möchte, bestätigen Sie, bevor die Pfote die Hand berührt. Wiederholen Sie dies einige Male.
  2. Nun bewegen Sie bei jeder Wiederholung Ihre Hand ein winziges Stück zur Seite und nach oben, bis diese an der Schulter des Hundes an der Seite, auf der er die Pfote hebt, angekommen ist. Natürlich erreicht der Hund diese dann nicht mehr. Das macht aber nichts, weil Sie ihn ja für das Heben der Pfote belohnen. Bestätigen Sie immer, kurz bevor die Pfote ihren höchsten Punkt erreicht.
  3. Wenn Ihr Hund das Prinzip verstanden hat, können Sie ein Hörzeichen einführen (z.B. „Armer“).
  4. Zwischenstand: Auf das Hörzeichen hin hebt der Hund die Pfote, lässt sie aber vermutlich sofort wieder sinken.
  5. Jetzt soll der Hund lernen, die Pfote oben zu halten. Dafür beginnen wir ganz neu. Setzen Sie sich wieder neben den Hund und lassen Sie ihn diesmal die Pfote in Ihre Hand geben. Dann bewegen Sie vorsichtig die Hand am Hundebein entlang, bis das Bein knapp unterhalb des Ellebogens auf ihr aufliegt. Belohnen Sie Ihren Hund, wenn er dabei still hält.
  6. Nun senken Sie ganz langsam die Hand. Wenn der Hund die Pfote ebenfalls senkt, stützen Sie sanft von unten und halten die Pfote in Position. Hält er die Pfote aus eigener Kraft (wenn auch nur für einen winzigen Augenblick), bestätigen Sie dies sofort.
  7. Dehnen Sie langsam die Zeit aus, die der Hund die Pfote oben hält, bevor er belohnt wird. Mit „langsam“ meine ich Steigerungen um maximal ein bis zwei Viertelsekunden auf einmal zu Beginn. Die Bestätigung muss erfolgen, bevor der Hund auf die Idee kommt, andere Dinge mit seiner Pfote anzustellen (z.B. herumfuchteln, vorwärtslaufen, …)
  8. Sobald die Pfote sicher in der Luft schwebt, kann ein eigenes Hörzeichen etabliert werden (z.B. „Hund“).DSC03856
  9. Kombination des bisher Erlernten: Sagen Sie „Armer“ und schieben dann, sobald der Hund die Pfote hebt, „Hund“ hinterher. Das Timing ist hier wichtig, das zweite Hörzeichen sollte genau erfolgen, wenn die Pfote am höchsten Punkt ist. Am Anfang können Sie ruhig wieder von unten stützen, das macht es etwas einfacher.
  10. Zwischenstand: Auf Hörzeichen (z.B. „Armer Hund“) hebt der Hund die Pfote und hält sie in der Luft.
  11. Als nächstes kommt das Vorwärtslaufen. Lassen Sie den Hund die Pfote heben und halten Sie eine Hand unter das Bein (ohne es zu berühren), um ggf. stützen zu können. Aus der anderen Hand füttern Sie Ihren Hund, während sie diese ganz langsam nach vorne bewegen. Die Hundeschnauze wird ihr natürlich folgen. Füttern Sie weiter, solange die Pfote schön schwebt. Senkt sie sich, hören Sie auf zu füttern und stützen wieder.
  12. Nun bewegen Sie die Futterhand so weit, dass eine Kopfbewegung für den Hund nicht mehr ausreicht, um ihr zu folgen. Die Hundeschnauze soll den Kontakt zur Futterhand dabei nicht verlieren. Vermutlich wird er versuchen, mit der Pfote einen Schritt zu machen, die bereits angehoben ist. In diesem Fall stellen Sie das Füttern wieder ein und stützen. Beobachten Sie die anderen Pfoten genau. Belohnen Sie jede minimale Bewegung eines anderen Beins (vermutlich zunächst eines der Hinterbeine), auch wenn dabei die Pfote gesenkt wird. Sobald Ihr Hund verstanden hat, dass er ein anderes Bein bewegen soll, belohnen Sie nur noch, wenn er die „verletzte“ Pfote oben hält. Aus der Bewegung soll nun ein richtiger Schritt mit einem der Hinterbeine werden.
  13. Und nun das andere Hinterbein…
  14. Für den Schritt mit dem Vorderbein brauchen Sie etwas Geduld. Ansonsten analoges Vorgehen.DSC03857
  15. Wenn das Prinzip verstanden ist, können Sie mehrere Schritte hintereinander fordern. Zunächst gibt es für jeden Schritt eine Belohnung, dann wird die Anzahl der Schritte vor der Belohnung langsam erhöht.
  16. Fast geschafft. Der Hund humpelt hinter der Futterhand her, die sich langsam bewegt. Jetzt müssen Sie nur noch das Futter abbauen. Belohnen Sie dafür den Hund aus der anderen Hand, obwohl auch die Futterhand noch gefüllt ist. Ballen Sie diese zur Faust, sodass Ihr Hund nicht mehr daraus fressen kann.
  17. Nun können Sie das Futter in der Faust weglassen, die Belohnung erfolgt weiterhin aus der anderen Hand.
  18. Die Faust öffnet sich, der Abstand zwischen Schnauze und Hand vergrößert sich nach und nach, bis diese nicht mehr benötigt wird.
  19. Ziel erreicht: Auf das gewählte Signal hebt Ihr Hund die Pfote und humpelt neben Ihnen her, wenn Sie losgehen.

Gib Laut

Wir sind ja große Spielkinder, meine Hunde und ich. Wir lieben es Quatsch zu machen, ich denke mir mir gerne Neues aus und die beiden Hunde lieben Kekse! Daher perfekt für uns: Trickdogging. In der Kategorie „Trickdog“ finden Sie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für meine Lieblingstricks. Auf diese Art habe ich meinen Hunden diese Kunststückchen erfolgreich beigebracht. Das heißt natürlich nicht, dass es bei allen anderen genau so auch funktioniert. Ein bisschen eigene Kreativität ist also von Vorteil…

Im Folgenden meine ich mit „Bestätigen“ immer das Belohnen mit einem Markersignal und darauf folgendem Leckerchen. Wenn Sie schnell genug mit der Belohnung sind, geht es natürlich auch ohne Markersignal. Ich persönlich finde es allerdings mit Klicker einfacher. Beim Trickdogging ist entscheidend, dass der Hund Erfolg hat. Gehen Sie daher immer erst zum nächsten Schritt über, wenn der vorangegangene gut klappt und vom Hund gerne ausgeführt wird. Natürlich kann ein Trick nicht in einer einzigen Übungseinheit erlernt werden. Diese sollte maximal fünf bis zehn Minuten dauern, je nach Konzentrationsfähigkeit des Hundes. In der nächsten Übungseinheit empfiehlt es sich, zunächst einen Schritt vor demjenigen, zu dem man beim letzten Mal gekommen war, zu beginnen.

Den Anfang macht:

Gib Laut

Ein Klassiker. Allerdings habe ich lange darüber nachgedacht, wie ich das Bellen am besten auslöse. Allgemein wird immer empfohlen, den Hund so lange durch Vorenthalten eines Spielzeugs oder Leckerbissens zu „ärgern“, bis er fordernd oder aus Frust bellt. Na toll. Genau das, was ich meinen Hunden beibringen möchte: Verliere die Nerven, werde ungeduldig und schnauze los, dann bekommst du, was du willst. Eine andere Möglichkeit musste her. Wann also bellt ein Hund? Wenn es klingelt, wenn jemand am Zaun vorbeigeht. Auch das möchte ich nicht belohnen. Wenn ein anderer Hund bellt. Genau!

  1. Wenn Sie Wert auf die Meinung der Nachbarn legen, vergewissern Sie sich, dass alle Fenster geschlossen sind.
  2. Halten Sie Futter und Klicker bereit, rufen Sie fröhlich Ihren Hund und belohnen Sie ihn, wenn er da ist.
  3. Jetzt bellen Sie. Es sollte ein ruhiges, informatives Bellen sein. Hohl, dunkel, in regelmäßigen Abständen: „Whoh. Whoh. Whoh.“ (Keinesfalls ein schrilles Alarmbellen! Ihr Hund muss nicht glauben, dass eine Invasion bevorsteht…) Bestätigung für jedes Interesse, das ihr Hund zeigt (Ohren aufstellen, sich umsehen, etc.). Sollte der Hund beschwichtigen, versuchen Sie ihn durch wegdrehen, Blick abwenden und Reduzierung der Lautstärke zu beruhigen.[1]
  4. Im nächsten Schritt bestätigen Sie jede Reaktion auf Ihr Bellen, die der „Vorläufer“ eines eigenen Bellens sein kann. Das ist zum Beispiel schnelleres, stoßweise erfolgendes Atmen, Blähen der Lefzen und Ähnliches.
  5. Bestätigung jedes Geräuschs, das der Hund erzeugt. (Durch die Schnauze, versteht sich.)
  6. Bestätigen Sie nur noch die Geräusche, die einem Bellen ähneln. Je näher Sie dem gewünschten Bellen kommen, desto häufiger ignorieren Sie die Geräusche, die diesem weniger ähneln. So lange, bis Sie beim „richtigen“ Bellen angekommen sind.
  7. Sobald der Hund zuverlässig bellt, sobald Sie bellen, können Sie ein Sicht- und/oder Hörzeichen einführen. Geben Sie erst das von Ihnen gewählte Signal, dann bellen Sie. Irgendwann wird Ihr Hund schon auf das erste Signal hin bellen. Dann haben Sie es geschafft.

 

[1] Bei sehr sensiblen bzw. ängstlichen Hunden, die trotzdem noch gestresst wirken, würde ich auf diesen Trick komplett verzichten.